Das Wichtigste in Kürze
- Lehmputz reguliert die Luftfeuchtigkeit und ist frei von Zusatzstoffen
- Ideal für Schlaf- und Wohnräume, Altbauten und Holzhäuser
- Hält auch auf Beton und Gipsplatten, mit passender Haftgrundierung
- Nur mit diffusionsoffenen Farben streichen, damit die Wirkung erhalten bleibt
Was Lehmputz ausmacht
Lehmputz besteht aus Lehm, Sand und oft Pflanzenfasern. Er wird ohne chemische Zusätze hergestellt und bindet nicht ab wie Zement, sondern trocknet einfach aus. Deshalb lässt er sich auch Jahre später mit Wasser anfeuchten und ausbessern.
- Feuchteausgleich: Lehm nimmt Luftfeuchtigkeit auf, wenn sie hoch ist, und gibt sie bei trockener Luft wieder ab.
- Diffusionsoffen: Wände können atmen, was besonders Altbauten und Holzbauten zugutekommt.
- Natürliche Oberfläche: matt, warm im Farbton, je nach Technik gefilzt oder geglättet.
- Reparierbar: Kratzer und Dellen lassen sich lokal nacharbeiten.
Wo Lehmputz Sinn macht
Am meisten bringt Lehmputz in Räumen, in denen Sie viel Zeit verbringen: Schlafzimmer, Kinderzimmer und Wohnräume. In Altbauten mit Bruchstein- oder Riegelwänden passt er besser als Zement- oder Kunstharzputze. Im Bad ist Lehmputz ausserhalb des Spritzwasserbereichs möglich, in der Dusche selbst nicht.
Geht Lehmputz auf Beton?
Ja. Glatter Beton und Gipsplatten saugen wenig und bieten kaum Halt. Deshalb kommt zuerst eine Haftgrundierung mit Quarzsand darauf. Auf Mauerwerk aus Backstein oder Kalksandstein haftet Lehmputz meist direkt, nachdem der Untergrund gereinigt und angenässt wurde. Ob eine Wand geeignet ist, prüft Sollberger vor Ort.
Aufbau einer Lehmputzwand
- Untergrund prüfen, reinigen und bei Bedarf grundieren
- Lehm-Unterputz auftragen und ausgleichen
- Lehm-Oberputz in der gewünschten Struktur, gefilzt oder geglättet
- Auf Wunsch Lehm- oder Kalkfarbe für einen anderen Farbton
Lehmputz vom Gipser, der auch Maler ist
Lehmputz verlangt Erfahrung mit Kelle und Untergrund. Weil Sollberger auch Maler ist, wissen Sie gleich, welche Farbe auf Lehm passt und welche nicht. Mehr zu allen Gipserarbeiten.
Fragen zu Lehmputz
Wann macht Lehmputz Sinn?
Lehmputz lohnt sich in Räumen, in denen ein ausgeglichenes Raumklima wichtig ist: Schlafzimmer, Kinderzimmer und Wohnräume. Er passt besonders zu Altbauten und Holzhäusern, weil er diffusionsoffen ist und Luftfeuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt.
Kann man Lehmputz auf Beton oder Gipskarton auftragen?
Ja. Auf glatten Untergründen wie Beton und Gipsplatten wird zuerst eine Haftgrundierung mit Quarzsand aufgetragen, damit der Lehm hält. Auf Backstein haftet Lehmputz meist direkt.
Darf man Lehmputz streichen?
Ja, aber nur mit diffusionsoffenen Farben wie Lehm- oder Kalkfarbe. Dispersionsfarbe schliesst die Oberfläche und nimmt dem Lehmputz seine feuchteregulierende Wirkung.
Ist Lehmputz im Bad möglich?
Ausserhalb des Spritzwasserbereichs ja, dort hilft er sogar, Feuchtigkeit nach dem Duschen aufzunehmen. Direkt in der Dusche oder hinter dem Lavabo braucht es eine wasserfeste Oberfläche.
Wie pflegt man eine Lehmputzwand?
Staub wird trocken abgebürstet oder abgewischt. Flecken und kleine Kratzer lassen sich mit einem feuchten Schwamm oder etwas frischem Lehm nacharbeiten, weil Lehm auch nach Jahren wieder anlöst.
Stand: Oktober 2026